EMIDAT gewinnt Innovationspreis
der Zulieferindustrie Betonbauteile 2026
Die EMIDAT GmbH aus München ist die Gewinnerin des Innovationspreises der Zulieferindustrie Betonbauteile 2026. Der Preis wurde am 10. März 2026 im Rah-men der 70. BetonTage in Ulm verliehen. Ausgezeichnet wurde ihre digitale Platt-form für verifizierte Umwelt- und Produktdaten. Die Lösung unterstützt die Herstel-ler von Betonbauteilen dabei, Nachhaltigkeits- und Produktinformationen struktu-riert zu erstellen, zu verwalten und bereitzustellen. Sie erleichtert damit den Um-gang mit steigenden Anforderungen an Transparenz und CO₂-Bilanzierung im Bauwesen. Der Innovationspreis wird von der FBF Betondienst GmbH, Veranstal-ter der BetonTage, gemeinsam mit der Fachzeitschrift BFT INTERNATIONAL Be-tonwerk + Fertigteil-Technik alle zwei Jahre ausgelobt. Ziel der Auszeichnung ist es, herausragende technologische Entwicklungen zu würdigen, die neue Impulse für die Betonfertigteilbranche setzen.
Digitale Lösungen im Fokus
Mit der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeitsanforderungen, CO₂-Bilanzierungen und Umweltproduktdeklarationen (EPDs) wächst in der Bauindust-rie der Bedarf an strukturierten und verlässlichen Daten. Die Lösung von EMIDAT bündelt produkt- und umweltrelevante Informationen zentral und stellt sie standar-disiert für verschiedene Anwendungen bereit – etwa für Nachhaltigkeitsbewertun-gen von Bauprojekten, digitale Gebäudemodelle oder regulatorische Nachweise.
Damit trägt die Plattform dazu bei, Transparenz in der Baustoff-Wertschöpfungs-kette zu schaffen und Unternehmen bei der Umsetzung neuer Nachhaltigkeits- und Dokumentationsanforderungen zu unterstützen.
Auszeichnung für klimafreundlichen Zement
Eine Special Mention ging an die Heidelberg Materials AG für die Entwicklung von evoZero®, einem Zement mit signifikant reduzierten CO₂-Emissionen. Die CO₂- Reduktion wird unter anderem durch den Einsatz von Carbon-Capture-and-Sto-rage-Technologie (CCS) erreicht, bei der entstehendes Kohlendioxid abgeschie-den und dauerhaft gespeichert wird.
Mit evoZero® verfolgt das Unternehmen das Ziel, den CO₂-Fußabdruck bei der Zementherstellung deutlich zu senken und damit einen wichtigen Beitrag zur De-karbonisierung der Bauindustrie zu leisten. Gerade für die Betonfertigteilbranche eröffnet dies neue Möglichkeiten, klimafreundlichere Baustoffe in industriellen Pro-duktionsprozessen einzusetzen. Die Jury würdigte insbesondere das hohe unter-nehmerische Risiko, das mit dem Aufbau einer solchen Anlage in wirtschaftlich angespannten Zeiten verbunden war und die Weitsicht im Klimaschutz.
Anerkennung für digitale Korrosionsprognose
Eine weitere Anerkennung erhielt die Steeltec AG aus Emmenbrücke in der Schweiz für OCIMA – Online Corrosion Initiation Modelling App. Die Anwendung ermöglicht es, den Beginn von Korrosionsprozessen in Stahlbewehrungen rech-nerisch zu prognostizieren.
Die App nutzt Material- und Umgebungsdaten, um Korrosionsrisiken frühzeitig zu erkennen und um die Dauerhaftigkeit von Betonbauteilen im Mark technisch nutz-bar und wirtschaftlich bewertbar zu machen. Planende, Bauunternehmen und Her-steller erhalten damit ein digitales Werkzeug, das Lebensdauerprognosen präzi-siert und Wartungs- bzw. Schutzmaßnahmen optimiert. Ein wissenschaftlich kom-plexer Prozess wird durch diese Software für den Endanwender beherrschbar ge-macht, Steeltec OCIMA verspricht ein hohes Potenzial, insbesondere mit Blick auf die DAfStb Richtlinie „Dauerhaftigkeit von Betonbauwerken nach dem System der Expositionswiderstandsklassen (ERC).
Innovation als Treiber der Branche
Mit dem Innovationspreis der Zulieferindustrie Betonbauteile würdigen die Beton-Tage regelmäßig Entwicklungen, die die Technologie, Nachhaltigkeit und Digitali-sierung der Betonfertigteilbranche voranbringen. Die ausgezeichneten Lösungen des Jahres 2026 zeigen, dass insbesondere digitale Datenplattformen, klimafreundliche Baustoffe und intelligente Analyse-Tools eine zentrale Rolle für die Zukunft der Branche spielen.
Verleihung des Innovationspreises der Zulieferindustrie Betonbauteile 2026 (v.l.n.r.): Juryvorsitzen-der Prof. Michael Haist, Universität Stuttgart, Janos Gründling, EMIDAT GmbH, Dr. Ulrich Lotz, FBF Betondienst GmbH, und Silvio Schade, BFT International Betonwerk + Fertigteil-Technik.
Bildquelle: © BetonTage/photodesign_buhl

